Erinnerungen an meinen PAD-Kurs am Humboldtgymnasium Weimar (17.-31.08.16)

von Timothy Powell aus Spilsby (Lincolnshire, England)

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Gruppenfoto Abschiedsfeier

Am 17. August traf sich am Heathrower Flughafen eine ganz aufgeregte Gruppe von 24 jungen Briten, die sich (in der überwiegende Mehrheit der Fälle) miteinander noch nicht begegnet waren, um endlich nach Deutschland zu fliegen (seit Monaten vorbereiteten wir uns mit Spannung für den Besuch). Zum Glück war unser Flug zeitig und ohne Probleme, und während unseres Reisebusfahrts durch Deutschland konnten wir schon ein bisschen des wunderschönen Lands Deutschlands erfahren. Wir kamen zeitig um 21.30 am Weimarer Hauptbahnhof an. Nach unserer Reise waren wir alle sehr müde, und nachdem unsere Gastfamilien uns abholten, muss ich zugeben, dass die meisten Briten nichts mehr als stundenlang schlafen wollten!
Leider könnten wir aber nicht unbegrenzt schlafen, da wir in der Schule schon um 8 Uhr sein mussten (das war ein großer Schock für manche Briten, denn die britische Schule beginnt erst um 9 Uhr). Dort wurden wir herzlich von Frau Grobe begrüßt und danach folgten wir eine kurze Führung des Gymnasiums, bevor wir uns in den ersten drei Stunden ein bisschen besser kennenlernten und etwas mehr über Weimar erfuhren. Am Nachmittag haben wir an einem Kunstunterricht teilgenommen, in dem wir Ginkgobuttons bastelten (angeblich etwas relativ leicht nach unserer langen Reise), und ich muss zugeben, dass es ganz angenehm war, obwohl Kunst und ich im Großen und Ganzen nicht gut miteinander auskommen!
Am Freitag (19.08.) begannen wir den Tag mit Grammatikunterricht von unserer britischen Begleitlehrerin, die uns über das Passiv unterrichtete, was wirklich hilfreich war. Danach hatten wir eine interessante Unterricht mit Frau Gawrilow über wichtige kulturelle Persönlichkeiten in Weimar, bevor wir am Nachmittag eine Führung der wunderschönsten Stadt Weimar machten. Von besonderen Interesse für unsere Gruppe waren ohne Zweifel das Wohnhaus Goethes und die ungewöhnliche Meißner Glockentöne- und natürlich, dass wir ausnahmsweise ein der moderneren Teilen des Stadtbibliotheks sehen durften, wo wir die herrliche Ruhe und Buchsammlung während einer ganz kurzen Zeit genießen konnten. Alle wussten es auch zu schätzen, dass Frau Grobe uns allen bei einer solchen Hitze ein Eis kaufte!
Dann am Wochenende hatten wir ein bisschen Freizeit mit unseren Gastfamilien, damit wir uns etwas besser kennenlernen konnten, und wir nahmen an allerlei deutschen Freizeitbeschäftigungen mit ihren Gastfamilien teil. Es war natürlich sehr vorteilhaft, dass wir uns am Wochenende ein bisschen ausruhen durften, da wir schon wieder am Montag ein sehr beschäftigten Tag hatten. Zuerst hatten wir Unterricht mit Frau Meerbach, die uns ausführlich über Merkers informiert hat, und am Nachmittag wurden wir vom Herrn Oberburgermeister empfangen. Es war eine Ehre, die Rede für ihn halten zu können, und es folgte einen kleinen Zeitraum, in dem wir ihm Fragen stellen dürften. Wir fanden es auch wirklich berührend, dass die britische Fahne vom Stadtrathaus für uns hing. Nach unserem Empfang folgten wir eine wirklich interessante Führung des Hotel Elephants, das exklusivste Hotel Weimars, das von allen beliebt wurde.
Am Dienstag kam unser Ausflug nach Merkers, wofür wir am Humboldt-Gymnasium vorbereitet wurden- und wir wurden bestimmt nicht enttauscht! Der LKW-Fahrt unter der Erde war ganz spannend, und es war wirklich interessant, darüber zu lernen, wie das Bergwerk als Schatzkammer für deutschen kulturellen Schätze in den 40er Jahren benutzt wurde und von den Amerikanern entdeckt wurde. Schon eine Woche unseres Aufenthalts in Weimar war vorbeigeflogen, als wir die Albert-Schweitzer-Grundschule besuchten, wo wir wie Fürsten von den Kleinkindern behandelt wurden, und danach haben wir am Humboldt-Gymnasium hospitiert (aber hier mussten wir uns daran wiedergewöhnen, wie normalen Menschen behandelt zu werden), wo die Lehrer und Schüler uns sehr schnell und freundlich aufnahmten. Nach dem Mittagessen haben wir begonnen, an unserem bilingualen Projekt zu arbeiten. Dieses Projekt bestand aus dem Verständnis, der Übersetzung und dem Umwandeln einer Szene aus einem Theaterstück von William Shakespeare (Antony and Cleopatra/Macbeth). Später hatten wir endlich unsere (sehr genaue und informative) Führung in der atemberaubende Anna-Amalia Bibliothek, worauf wir uns seit Tagen freuten.
Donnerstag war ein etwas belastenderer Tag, da wir die KZ-Gedenkstätte in Buchenwald besuchten. Den Tag wurde mit Unterricht in der Schule vom Herrn Sauer über Weimar in der NS-Zeit begonnen, bevor wir die kurze Busfahrt nach Buchenwald machten. Dann folgte eine traurige (aber gleichzeitig sehr lehrreiche und empfindlich gemachte) Führung des Denkmals (bei 32 Grad Hitze!), und die seltene Möglichkeit, den Glockenturm hinaufzuklettern. Dieser Tag war ohne Zweifel ein Denkanstoß für alle, die am Führung beteiligt waren- aber am Abend könnten wir unsere Belastung durch Erholung im Sonnenschein etwas vermindern.
Am Freitag hatten wir unsere seit langem mit Vorfreude erwarteten Besuch in Erfurt, nach einem Unterricht von Frau Schulze-Ausmeier, in dem wir für unseren Besuch in Eisenach vorbereitet wurden. In Erfurt haben wir mit einer Stadtrallye begonnen, die alle für wirklich unterhaltsam hielten, und danach hatten wir eine abenteuerliche Führung (mit noch mehr Klettern in den Glockenturm- diesen Besuch hat meinem Höhenangst gut getan!!) in den Erfurter Dom. Am Nachmittag haben wir ein bisschen Freizeit und Einkaufen im Stadtzentrum genossen.
Nach einer solchen vollgestopften Woche dürften wir uns mit unseren Gastfamilien zum Glück ausruhen, und dieses Wochenende gab es auch verschiedene Ziele- vom Erfurter See bis zu einem Bayern München Fußballspiel! Aber am Montag war das einzige Ziel Eisenach, wo wir einen erschöpfenden aber dennoch angenehmen Spaziergang durch den Drachenschlucht erlebt haben, bevor wir durch den erstaunlichen Wartburg besichtigt haben.
Dienstag war noch ein beschäftigter Tag- zuerst hatten wir eine unterhaltsame Unterricht mit Frau Schulz, in dem wir über deutsche Scherzfragen, Redewendungen und Zungenbrecher lernten, bevor wir unseren bilingualen Projektarbeit beendeten und am Nachmittag uns auf den Abschlussfest vorbereiteten. Von den Abschlussfest wurden wir gar nicht enttäuscht- eigentlich war es die perfekte Weise, auf der wir unseren Aufenthalt beenden könnten. Der Fest begann mit einer Rede, um den Gastfamilien zu bedanken; sie wurde von einer Abschiedsrede begonnen und dann wurden unseren Szenen aus dem bilingualen Projekt aufgetreten, bevor wir ‘Alle Vogel sind schon da’ (die wir in der deutschen Grundschule lernten) gesungen haben. Und dann das übliche Essen und Zusammensein.
Am nächsten (und letzten) Tag –wie schnell die Zeit fliegt, wenn man in guter Gesellschaft ist- mussten wir uns schon um fünf Uhr verabschieden, was ganz traurig war- obwohl es zweifelhaft ist, ob man um fünf Uhr morgens bewusst genug zu weinen ist! Trotz einer ungünstigen Verzögerung am Frankfurter Flughafen sind wir alle sicher am frühen zu Hause angekommen.
Ich kann nur zugeben, dass ich meine Zeit in Weimar durchaus genossen habe. Ich habe meine Deutschkenntnisse (sowohl Grammatik- und Vokabeln- als auch Kulturverständnis) unendlich verbessert. Zudem kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich eine Reihe von charmanten neuen Freund- und Bekanntschaften geschlossen habe und zahlreiche wunderschöne Erinnerungen an meinem Besuch mitnehmen werde, die ich in der Zukunft schätzen werde. Ich möchte allen, die diesen Programm unterstützt haben, herzlichst danken und ich hoffe bestimmt auf einen Wiedersehen irgendwann in der Zukunft!

veröffentlicht von Annett Kircheis am 08.09.2016

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