Planspiel "Magnet Europa"

Der Sozialkunde eA-Kurs von Herrn Brauer hat am 08.12.2021 ein Planspiel zum Thema "Institutionen der EU" durchgeführt. Hier ein Erlebnisbericht von Martin Bergmann.

Blick in die Debatte, Foto: K. Brauer, 08.12.2021

Mitwoch, 09. Dezember 2021. Eine Gruppe Zwölfklässler*innen versammelt sich vor Raum N32. Es ist aber nicht irgendeine Gruppe. Nein. Es ist der Sozi-eA-Kurs, mit Fürsorge gepflegt von Herrn Dr. Brauer persönlich. Der Grund der Versammlung: Es steht ein Planspiel zu den politischen Institutionen und Entscheidungsprozessen der EU an.

Den Anfang des Ganzen machte ein Stipendiat unseres Sponsors, der Konrad-Adenauer-Stifung. Er berichtete uns über die verschiedenen Programme und Möglichkeiten der Unterstützung, die uns durch die Konrad-Adenauer-Stifung, aber auch durch alle anderen Stifungen zur Verfügung stehen. Danach begann der Referent Herr Bauch seinen Vortrag über sich selbst, die EU und im Detail die Herausforderung der Migration in der EU, womit er auch das Thema des Planspiels umriss. Der Sozi-Kurs hatte sich in den vorherigen Stunden wiederholend mit den politischen Institutionen beschäfigt, was ihnen beim Vortrag zugutekommen sollte, da Herr Bauch einiges Wissen über die EU voraussetzte.

Nach einer kurzen Frühstückspause teilten wir uns selbständig den politischen Institutionen zu. Zur Auswahl standen die EU-Kommission, der Ministerrat, auch Rat der Europäischen Union genannt, mit den Ländern Frankreich, Polen, Italien und Deutschland soweit an driter Stelle das EU-Parlament mit drei Fraktionen (Volkspartei, Sozialdemokraten und Liberale).

Schnell eingeteilt begann auch schon die Einarbeitung in die Rollen für den Ministerrat und das EU-Parlament, währenddessen die EU-Kommission den zu beschließenden Gesetzesentwurf mit Hilfe eines vorbereiteten Bogens erarbeitete. Gegen 10:30 Uhr war auch dieser Abschnit des Planspiels abgeschlossen und es kam zur ersten Lesung des Gesetzesentwurfs vor dem Parlament und dem Ministerrat.

Anschließend zogen sich Ministerrat und Parlament in unterschiedliche Räume zurück und stimmten über den vorgelegten Entwurf institutionsintern ab. Ich, als Mitglied der Europäischen Kommission, begleitete den angeregten Austausch in den Fraktionen des EU- Parlaments und notierte die gewünschten Änderungen des Gesetzesentwurfs.

Danach kam es zum kulinarischen Höhepunkt des Tages, den Herr Dr. Brauer durch eine Großbestellung von Pizzen einläutete, welche anschließend geliefert wurden. Es wurde ausgiebig geschmaust, wobei jeder Hunger gestillt werden konnte.

Fertig gefuttert machten sich die Schüler*innen wieder ans Werk des politischen Entscheidungsprozesses in den EU-Institutionen. Der nächste Tagesordnungspunkt war die Einbringung der Änderungsvorschläge des Ministerrates ins Plenum. Dabei stellte sich erstaunlicher Weise heraus, dass Polen ein doch recht kompromissbereites Land war - zur Freude der EU-Kommission. Diese erlit schon einen halben Nervenzusammenbruch bei den Verhandlungen im EU-Parlament und war nun erleichtert, dass der Ministerrat einigen, vom EU-Parlament abgelehnten Punkten, doch noch zustimmte.

Im letzten Schrit wurden noch einmal Kompromisse zwischen Ministerrat und EU-Parlament gesucht, mit der EU-Kommission als moderierendes Element. Dabei konnten die zwei Institutionen teilweise doch noch zu ein paar gemeinsamen Beschlüssen kommen.

Abschließend bedankte sich Herr Bauch noch bei allen und hielt ein Schlussplädoyer, in welchem er auf die zukünfigen Herausforderungen in der EU aufmerksam machte, aber auch die positiven Seiten der EU hervorhob.

Ich persönlich fand den Tag äußerst gelungen und interessant. Man bekam ein gutes Bild davon wie langwierig die politischen Prozesse in der EU sind, wenn 27 Länder gleichgewichtig zu einer Lösung finden müssen. Das Planspiel machte mich neugierig und ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, wenn die Möglichkeit besteht, sich an solch einem Planspiel zu beteiligen und auch anderweitig politisch teil zu haben.

Euer Martin

veröffentlicht von Judith Gläser-Stark am 16.12.2021